Digital Execution

11.12.2022 | 3 min Lesezeit

Die Besonderheit von Private Equity als Teil der Anlagestrategie

Private Equity nimmt stetig zu, weniger Unternehmen entscheiden sich für einen Börsengang. Was ist der USP für private Anlager in Private-Equity-Investitionen und wie passt Private Equity in ein Portfolio?

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Die Besonderheit von Private Equity als Teil der Anlagestrategie

Private Equity war viele Jahre lang ein Nischenbereich, dominiert von institutionellen Anlegern und vermögenden Privatpersonen. Aktuelle Marktentwicklungen von JP Morgan zeigen, dass eine Beimischung von Private Equity in das Portfolio für langfristig orientierte Anleger einen wesentlichen Einfluss auf eine mögliche positive Portfoliorendite hat.1

Private Equity nimmt stetig zu, weniger Unternehmen entscheiden sich für einen Börsengang.

Die Zahl der Börsengänge sank im Jahr 2022 weltweit im dritten Quartal um 41 Prozent im Vergleich zu 2021.2 Dies geht einher mit einer steigenden Anzahl an Unternehmen, die in private Investoren verkauft werden, oder aber in privaten Händen verbleiben. Generell ist dieser Trend nicht neu, wird jedoch durch geopolitische Spannungen, steigende Zinsen und eine hohe Volatilität an den Börsen aktuell verstärkt.2

Deutliche Zunahme von Minderheitsbeteiligungen

Historisch konzentrierten sich private Investoren auf fremdfinanzierte Übernahmen von wachstumsschwachen und anlageintensiven Unternehmen zu niedrigen Bewertungen. Heutzutage umfasst dies nun ebenfalls Unternehmen in der Früh-, Mittel- und Spätphase unterschiedlichster Branchen und Vertikals, insbesondere auch Technologieunternehmen. Trotz Investitionsrückgang wuchs die Anzahl der Wachstums- und Minderheitsbeteiligungen bei mittelständischen Unternehmen und gereiften, ehemaligen Start-Ups, im Jahr 2021 in Deutschland deutlich auf 3,1 Mrd. € - nach 1,3 Mrd. € im Vorjahr.3 Einher geht dieser Trend zu Minderheitsbeteiligungen mit einem nahezu 50%igen Rückgang von Unternehmenskäufen (Buy-out Investitionen).3

Positive Effekte von Private Equity auf das Portfolio

Private Equity hat sich im Laufe der Zeit besser entwickelt als traditionelle Anlageformen, bietet insbesondere eine wertvolle Diversifizierung, wie die nachfolgende Abbildung4 zeigt. Die Beimischung von Private Equity hat die Portfoliorendite tendenziell erhöht – bei sinkendem Risiko.

Was ist der USP für private Anlager in Private-Equity-Investitionen und wie passt Private Equity in ein Portfolio?

Private Equity-Anleger haben in der Regel einen besseren Zugang zu Unternehmensinformationen inkl. der notwendigen Transparenz über aktuelle strategische sowie operative Verbesserungen. Der Zeithorizont, die Bindungsdauer und die direkte Unternehmensbeteiligung können zu einer attraktiven Performance beitragen. Trotz dieser Vorteile ist der Anteil von Private Equity in einem diversifizierten Portfolio oft gering, auch bedingt durch die Tatsache des fehlenden Zugangs zu dieser Anlageklasse.

Ein Profil könnte beispielsweise eine Zielallokation von etwa 10 % für Private Equity vorsehen. Darüber hinaus ist es wichtig bei der persönlichen Beurteilung, ob Private Equity, auch ob des Risikos, für Ihr Portfolio geeignet ist und den persönlichen Investmentanforderungen entspricht. Denn Private-Equity-Investitionen können insbesondere in den ersten Jahren negative Nettorenditen aufweisen. Später, sofern die Investitionen erfolgreich sind, können sie aufgewertet und realisiert werden, und die Nettorendite kann positiv werden. Investitionen in Private Equity können jedoch auch zu einem Totalverlust führen.

Der Zugang zu umfassenden KPIs und Unternehmensinformationen ist essenziell, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Erfahrung in verschiedenen Anlageklassen und Marktzyklen sind ebenfalls wichtig. Ebenso wie eine attraktive Erfolgsbilanz des Unternehmens sowohl in absoluten Zahlen als auch im Vergleich zu anderen Unternehmen. Unserer Ansicht nach sind diese Aspekte entscheidend, um das Potenzial von Private Equity zu nutzen.

 

 


 

Quellen:
  1. JP Morgan Asset und Wealth Management, Food Fight: An update on private equity performance vs public equity markets (abrufbar unter: https://privatebank.jpmorgan.com/content/dam/jpm-wm-aem/global/pb/en/insights/eye-on-the-market/private-equity-food-fight.pdf (Stand 12/2022); McKinsey & Company, Private markets rally to new heights (abrufbar unter: https://www.mckinsey.com/~/media/mckinsey/industries/private%20equity%20and%20principal%20investors/our%20insights/mckinseys%20private%20markets%20annual%20review/2022/mckinseys-private-markets-annual-review-private-markets-rally-to-new-heights-vf.pdf (Stand: 12/2022)).
  2. EY, Zurückhaltung auf dem weltweiten Markt für Börsengänge hält an (abrufbar unter: https://www.ey.com/de_ch/news/2022-press-releases/09/continuing-restraint-in-global-ipo-market (Stand: 12/2022)).
  3. BVK, Der deutschen Beteiligungskapitalmarkt 2021 (abrufbar unter: https://www.bvkap.de/sites/default/files/20220316_bvk-statistik_2021_vorlaeufig_in_charts_final.pdf (Stand: 12/2022)).
  4. Cambridge Associates LLC U.S. Private Equity Index (abrufbar unter: https://www.cambridgeassociates.com/wp-content/uploads/2022/05/WEB-2021-Q4-USPE-Benchmark-Book.pdf (Stand: 12/2022)). Indices are unmanaged and not available for direct investment. Past performance is not indicative of future results.

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