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Der Weg zu Embedded Finance – eine transformative Reise

Der Weg zu Embedded Finance – eine transformative Reise

Bis 2030 definiert Embedded Finance neu, wie Finanzdienste ausgeliefert werden.

Embedded Finance (EF) – die Integration von Krediten, Versicherungen und Zahlungen in Nicht-Finanzplattformen – könnte bis 2030 bis zu 25 % der Retail- und KMU-Kreditumsätze ausmachen. Auch wenn der Begriff noch nicht jedem geläufig ist: Für viele ist EF längst Alltag. 2023 bevorzugten 40 % der europäischen Konsumenten Online-Kanäle für Kfz-Finanzierung, 30 % wollten ihr nächstes Fahrzeug komplett online kaufen. Kleine Unternehmen eröffnen Konten direkt über ihre Buchhaltungssoftware.

Getrieben wird das durch EU-Regulierung, insbesondere Open Banking, die Drittanbietern Zugang zu Kontodaten verschafft. Die nächste Stufe dieser Entwicklung ist FIDA. Was sie für Geschäftsmodelle bedeutet, zeigt unser FIDA-Whitepaper zum Download. Laut McKinsey könnten EF-Umsätze in Europa bis 2030 auf über 100 Mrd. EUR steigen – aus rund 20–30 Mrd. EUR im Jahr 2023.

Wachstum mit Risiken

In Segmenten wie dem Retail-Lending sind EF-Volumina dreimal so schnell gewachsen wie klassisch vertriebene Kredite. Zugleich riskieren Nicht-Finanzplattformen den Verlust des direkten Kundenkontakts. Für Nicht-Banken – Händler, Software-Firmen, Marktplätze, Telcos, OEMs – bietet EF Umsatz- und Bindungspotenzial. Zwei strategische Wege:

1. Eigene Finanzierung über die gesamte Customer Journey (Beispiele: Allegro, Very). Volles Ertragspotenzial, aber hoher Investitions- und Expertisebedarf.

2. Partnerschaft mit Spezialisten (Beispiel: ING mit Amazon für KMU-Kredite). Niedrigere Kosten und Risiken, effizientere Kreditentscheidungen durch geteilte Daten.

Contextual Banking

Kunden erwarten nahtlos integrierte Finanzdienste. Contextual Banking bettet Kredite, Versicherung oder Zahlung genau dann ein, wenn sie gebraucht werden – im Fluss der Alltagstätigkeit. Statt zur Bank zu gehen, erscheint die Finanzierungsoption im Moment des Kaufs.

Vier Ausprägungen

Embedded Banking – Bankdienste (Zahlungen, Kredite, Transfers) direkt in Nicht-Finanzplattformen. Beispiel: Kreditangebot im Checkout, ohne Wechsel zum Bankportal.

Embedded Lending – kontextbasierte Finanzierung in vertrauten Plattformen. Beispiel: Kreditangebot auf Basis von Echtzeit-Umsatzdaten, Antrag in wenigen Schritten.

Embedded Insurance – Schutz direkt im Kaufprozess. Beispiel: Geräteversicherung im Smartphone-Checkout, sofort ab Kaufdatum aktiv. Was Embedded Insurance als Betriebsmodell verlangt, haben wir separat beschrieben.

Embedded Payments – reibungslose Zahlung im Hintergrund. Beispiel: Kauf auf einer Social-Media-Plattform, direkt in der App bezahlt, ohne Redirect.

Katalysator der Transformation

EF wird bis 2030 nicht nur 10–15 % der Bankerträge ausmachen, sondern auch die digitale Transformation treiben. Neben Kredit, Versicherung und Zahlung wächst dabei ein viertes Feld: die 80-Milliarden-Chance Embedded WealthTech. Nicht-Finanzunternehmen gewinnen über personalisierte, komfortable Erlebnisse an Bindung. Erfolgsvoraussetzung: die gesamte Customer Journey denken, Instant Decisioning und Straight-Through-Processing integrieren und kontinuierlich am Kundenfeedback verfeinern.

Fazit

Bis 2030 spielt Embedded Finance eine zentrale Rolle im Retail- und KMU-Kredit und verändert, wie Finanzdienste geliefert und konsumiert werden. Wer EF effektiv umsetzt, ist im zunehmend digitalen Wettbewerb gut positioniert. Der Weg beginnt mit starken Partnerschaften, Investitionen in Technologie und einem nahtlosen, kontextbewussten Kundenerlebnis. Dazu gehört auch der Blick auf das neue Zahlungsrecht: Was PSD3 und PSR für Plattformen bedeuten, haben wir separat eingeordnet.